Chronik – 1926 – 1960 Kapellmeister Karl Greslehner

Wahrlich – Ein Leben für die Musik

61 Jahre Mitglied der Musikkapelle – Karl Greslehner

“Einen großen Tag für die Musikkapelle gab es im Jahre 1926, als Kapellmeister Michael Greslehner seinem Sohn Karl die Funktion des Kapellmeisters übergab. Bei der Ehrenbürgerfeier seines Vaters dirigierte der junge Kapellmeister Karl Greslehner zum ersten Mal die Kapelle”, schrieb Obmann WAR Johann Zierl in der Festschrift zum 100. Bestandsjubiläum. Damit begann eine lange Zeit im Dienste der Blasmusik.

Karl Greslehner wurde 1904 in Lasberg geboren. Seine Musikalität wurde ihm gleichsam in die Wiege gelegt. Schon mit zehn Jahren wirkte er als Violinspieler beim Kirchenchor mit. 1919 kam er zur Musikkapelle und spielte das Bassflügelhorn. 34 Jahre leitete Karl Greslehner die Musikkapelle mit großem Erfolg. Hochzeiten, Begräbnisse und Mitwirkung bei den Festen zählten zu den vorwiegenden Ausrückungen der Kapelle.

Fronleichnamsausrückung

Fronleichnamsausrückung

Der Kapellmeister drängte auf eine einheitlich Bekleidung der Musiker. 1930 wurde die erste Uniform, die Veteranenuniform, angeschafft, die sich die Musiker größtenteils selbst finanzierten. Mit dieser neuen Bekleidung rückte man zum ersten Mal 1932 zur Motorspritzenweihe der Feuerwehr Lasberg aus. 1937 – im Jahr der Verehelichung – wirkte die Musikkapelle bei der Erbhoffeier mit.

Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges unterbrach die Möglichkeit des gemeinsamen Musizierens. Die meisten Musiker und Kapellmeister Karl Greslehner wurden zum Kriegsdienst eingezogen.

Die Musikkapelle des Karl Greslehner in ihrer ersten Vorkriegsuniform, der "Veteranenuniform" aus dem Jahre 1930.

Die Musikkapelle des Karl Greslehner in ihrer ersten Vorkriegsuniform, der „Veteranenuniform“ aus dem Jahre 1930.

Von Josef Grabner, dem Kapellmeister der Kriegsjahre, sind keine musikalischen Aktivitäten bekannt.
Gleich nach der Rückkehr aus dem Krieg bemühte sich Karl Greslehner die Musikkapelle wieder aufzustellen. Dies wurde erleichtert, weil seine Gattin Barbara die Musikinstrumente vor den Raubzügen der Russen versteckt hatte. Obwohl einige Musiker nicht mehr aus dem Krieg zurückkehrten, gelang es dem leidenschaftlichen Kapellmeister, Musiker auszubilden, und mit der Kapelle wieder spielfähig zu sein.

 

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Nachkriegsjahre schaffte er es, die Musiker von der Anschaffung einer neuen Uniform zu  überzeugen.Karl Greslehner rückt in der neuen Uniform aus 1950 aus.

Beim Kameradschaftstreffen in Kefermarkt und beim Bezirksmusikfest in St. Oswald im Jahre 1950 trat die Kapelle mit einer blauen Uniformjacke, einer schwarzen Hose und einer Tellermütze auf und war bereits 32 Mann stark. 1953 nahm die Lasberger Musikkapelle beim 1. Bundesblasmusikfest in Wels teil. 1960 legte Karl Greslehner die Kapellmeisterstelle zurück, blieb aber bis 1965 Stabführer. Für seine Verdienste wurde er einstimmig zum “Ehrenkapellmeister” ernannt und mit der “Goldenen Ehrennadel” des Oö. Blasmusikverbandes ausgezeichnet.  Es war ihm nicht mehr gegönnt, das Jubiläum “100 Jahre Blasmusik in Lasberg” und die Einweihung des Musikheimes mitzuerleben.  Karl Greslehner verstarb unerwartet am 26. Juli 1980.